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Outland Origins (RO-RPG [GERMAN!])


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#401 Ashielf Pi

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Posted 27 February 2017 - 05:22 PM

[Arhat & Wolfgang – Lighthalzen – Tag 65 um 16 Uhr]

Nachdem wir uns etwas Spass an den Essens- und Marktständen gegönnt hatten, machten wir uns früh auf, um eine gute Position für die angekündigte Rede zu ergattern. Über die steinerne Brücke gelangten wir auf die linke der beiden künstlichen Halbinseln. Wir setzten uns nicht gleich an die Front, aber doch in eine der vorderen Reihen. Was jene nicht so begeistert aufjauchzen liess, die später hinter Arhat die wenigen verbliebenen freien Plätze vorfanden.

„Schön viele Soldaten hier“, stellte ich in Richtung Arhat laut fest. Er grummelte nur und verschaffte sich anscheinend selbst gerade einen Überblick. Ich genoss die nervösen Gespräche um mich herum, als plötzlich alles verstummte. Ein Rednerpult inklusive Audio-Zubehör wurde auf dem Vordach platziert, kurz darauf folgten die Stars der Stunde. Rowenberg zeigte sich dabei ungewohnt legere.

Zuerst sprach Dieffenbach. Viel Blah-Blah um Bündnisse, Ragnarök und den drauffolgenden Frieden. Etwas Epos rund um Thanatos und unsere eigene Kraft. Wir sind alles Brüder und Schwestern… könnte ich mir als potentiellen Anmachspruch eventuell aneignen. Wobei, klingt auch wieder komisch, wenn ich mit meiner Schwester… Naja, egal. Jetzt ist Rowenberg dran, nachdem er fast einen Selbstunfall gebaut hatte.
Und endlich gab es etwas greifbareres, wobei das schon wieder hoch gegriffen war. Morgen soll alles bereit sein für ihren Plan und wir dementsprechend dann auch informiert werden. Aber zuerst galt es zu saufen und zu feiern. Mir sollte es recht sein. Besoffenen konnte man einfacher Geld aus der Tasche ziehen. Ich war ja gespannt darauf, ob man wirklich so einfach mit dem König würde anstossen können.
Gerade als ich mich meinen derzeitigen Kameraden zuwenden wollte, geschah etwas durchaus Sonderbares. Nicht unbedingt, weil jemand auf dem Dach rumturnte. Oder weil dieser jemand direkten Weg zum König suchte. Sowas hatte ich schon gesehen. Aber ich hatte noch nie jemanden gesehen, den ich Kilometer in den Abgrund geschickt hatte und der jetzt vor mir quickfidel Akrobatik-Kunststücke vollführte. „Kennen wir die nicht?“, fragte ich etwas ungläubig laut vor mich hin. So schnell wie sie gekommen war, verschwand sie auch wieder, gejagt von dem einen Bodyguard. Doch ich war mir gewiss, dass sie auch diesem Problem entkommen konnte. Natürlich versicherte der andere Lackaffe sofort, dass alles in Ordnung war. Würde er vermutlich auch tun, wenn gerade ein riesiger Meteorit auf uns zuhalten würde.

Während sich die Menschenmasse um uns langsam wieder beruhigte und sich zurück in die Stadt aufmachte, fragte ich in meine Runde, was wir als nächstes vorhatten.

#402 nEmai

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Posted 01 March 2017 - 03:46 AM

[Jonah | Irgendwo in der Menge | Tag 65, 16 Uhr]

Die Rede zog größtenteils an mir vorbei. Dieffenbach und unser König erzählten viel von Vergangenheit und Geschichte, sowie von einer großen Zukunft. Ich fragte mich, warum ich überhaupt hier war. Die Reden waren langweilig und uninteressant. Sie sollten das Volk anfeuern, doch ich vernahm dieses Gefühl nicht. Ich hoffte, dass die anschließenden Festivitäten besser ausfallen würden. Es hatte sich auch noch nicht ergeben, dass ich mich zu den anderen zu erkennen gegeben hatte, so stand ich nur mit Yuen in der Menge der Zuschauer.
Mit der Zeit wurde mir eines klar: Wie bereits angenommen war so kein Herankommen an den König – er stand hoch über dem Publikum und wurde von zwei Bodyguards bewacht. Selbst wenn wir dort hochkamen, würden wir nur schwerlich an ihn kommen. – Wenn ich mich mit dem Gedanken nur nicht täuschte.
Die Rede war gerade zu Ende und die Redner auf dem Rückweg ins Gebäude, da huschte eine Gestalt über das Dach des Gebäudes nur um kurz darauf über der Tür herab nach dem König zu greifen. Das dies nicht zum Plan gehörte, war an der Reaktion der Bodyguards sofort ersichtlich. Beide attackierten sofort, einer nahm die Verfolgung des flüchtigen Aggressors auf. Während sich allgemeine Unruhe verbreitete stand ich still. Ich kannte den Angreifer – oder viel mehr die Angreiferin. Es war Rabia Ransquelle – die uns auf Flechanto schon begegnet und uns dort schon eine unglaubliche Last gewesen war. Ich hatte angenommen, wir seien sie los gewesen – doch dem war wohl nicht so. Ich gab auch Yuen zu verstehen, dass ich sie erkannt hatte. Was wollte sie? Fragte schließlich in mein Gildenabzeichen: „Und – wer hat die vermeintliche Attentäterin noch erkannt?“ – Es war an der Zeit, sich mit den anderen zu beraten. Schon wieder spürte ich Unheil aufkommen. Wäre ich bloß nicht hergekommen.
Keihaku
nEmai

#403 Koikun

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Posted 01 March 2017 - 07:42 PM

[Lighthalzen, Altjahrestagsfeier | Tag 65, ~16:15]

Rabia Ransquelle floh geschickt über das Dachgewölbe des Lighthalzen Rekenber Hauptquartiers. Mit einem gewieften Grinsen auf den Lippen sah sie sich meilenweit im Vorteil durch ihre Eichhörnchenmonstergene. Als sie sich zur Vergewisserung über die Schulter schielte, stockte sie jedoch. Der junge Bodyguard Ewan Sulisan spurtete ihr in rasantem Tempo hinterher. Aus grün schimmernden Augen und ungebrochener Lockerheit fixierte er sie, worauf sie wie wild begann, mit ihren flinken Laufbewegungen die Dachziegel loszureissen und nach ihm zu schleudern.
Er stoppte abrupt seinen Sprint. Ging in die Knie und sprang meterweit in die Luft. Landete in hohem Bogen neben ihr, sie stiess sich rechtzeitig ab, vom Dach weg und mit der Aussenmauer um das Grundstück als Ziel. Da dämmerte es ihr. Es dämmerte ihr, als er in seinem Ansturm schon wieder nach ihr ausschnellte. Ihr den Fuss gegen den Hinterkopf feuerte. Zufrieden betrachtete er sie in diesem Augenblick in der Luft, in dem sie aufkeuchend nach Besinnung rang und ihr ein ganzer Wintersturm durch das Hirngewinde tobte. *‘Flying Kick‘!* - *So einer ist dieser Kerl also…!!*
Sie schlugen zwischen Hauptquartier und nördlicher Aussenmauer auf dem Gelände auf, im Schatten des Gebäudes. Angeschlagen warf sich Rabia beiseite und Ewan ging in Position, um sogleich das Urteil für das versuchte Attentat auszuführen. *‘Tornado Stance‘!* Er hielt dann aber inne. Blickte zur Seite. Aus dem Hintergrund trat ein junger Herr in ebenso edler Gewandung wie die Attentäterin, sein Schwert ziehend. Ein Glück. Rabia war zu Genüge zu ihrem Partner Faolan Tandermart aufgeschlossen, sodass er ihr sie nun unterstützen konnte. Gemeinsam konnten sie sich eines TaeKwon-Kriegers problemlos entledigen.

„Wir haben so lange auf unseren König gewartet, wir können ohne Bedenken bis Mitternacht warten,“ sprach Alphonse Bolschakow vor dem Haupteingang zum Rekenber Hauptquartier zu seinem Kameraden Sebastien von Silberhain. Dieser hatte gerade sein bestimmtes Wort lautstark an den alten Bodyguard Ariano Rhoad gerichtet, der oben versichert hatte, dass alles in bester Ordnung war. Der Bodyguard jedoch erwiderte ihm mit keinem Funken seiner kalten Aufmerksamkeit und folgte Präsident und König alsdann nach drinnen, gefolgt von zwei Soldaten.
Zwei Soldaten blieben vor der Fensterpassage stehen. Zwei weitere Soldaten bewachten den Haupteingang. Dazu verblieben auf jeder Seite der Barrikade, die das Publikum zurückhielt, jeweils zwei weitere Soldaten. Der Rest der Soldaten begann, um das Gebäude herum in den hinteren Teil des Geländes zu eilen.
„Du hast gesehen, sie können unseren König kaum vor Bedrohung bewahren,“ murmelte Sebastien, „Zur ersten Stunde in der Öffentlichkeit wird er beinahe –“ – „Es ist nichts geschehen und… du hast gesehen, wer es gewesen ist. Sie hat überlebt, doch ist sie ihren Flammenschädel losgeworden. Damals ist sie Hlynur Jasminko gefolgt.“ – „…“

Die beiden verhüllten Personen im Publikum waren in Aktion getreten. Die eine hatte sich erfreut darüber zu ihrem Kollegen geäussert, dass es trotz aller Widerworte lohnenswert zu werden schien, dass sie hergekommen waren. Dann hatte sie sich durch die Meute der Menschen gedrängelt und hatte wie von einer inneren Aufruhr gehetzt durch das Tor das Grundstück der Rekenber Corporation verlassen, um der Aussenmauer dem Markt entlang zu folgen.
Der Kollege, Pastor Peter, kam kaum hinterher und stammelte unverständliche Sorgen. In seiner aufgeregten Aufholjagd sorgte er sich im Gegenzug nicht um seine Kapuze, weshalb sein Gesicht wunderbar auszumachen war. Erst ausserhalb des Tores realisierte er es, fluchte in sich hinein, zog die Kapuze wieder tiefer in sein Gesicht, um sich anschliessend wieder zu sputen.

„…er hat zwei Flammenschädel als Gefolgsleute besessen,“ brachte Sebastien vorne an der Brücke gegenüber Alphonse auf, „Wir haben auf Flechanto davon abgesehen, Hlynur Jasminko’s Gruppe zu verfolgen und für den Verrat zu belangen. Wir haben uns darauf geeinigt, dass Hlynur Jasminko den Verrat eigenständig orchestriert hat. Um das zu besprechen, haben wir – letztlich vergebens – Kontakt zu Oberbefehlshaber Demetrios Baribal gesucht. Deshalb sind wir hier und nun gibt es doch noch Überbleibsel von seinem Verrat?“ – „Sind wir unachtsam gewesen?“ – „Wie dem auch sei. Diese Frau ist Hlynur Jasminko gefolgt und hat ihn offenbar tatsächlich unterstützt, hat sie doch soeben unseren König fokussiert, den er zu töten versucht hat. Wer diese Machenschaften auch immer unterstützt, dieses Mal müssen wir um jeden Preis die gesamte Gruppe belangen!“

„Und – wer hat die vermeintliche Attentäterin noch erkannt?,“ fragte Jonah in das Gildenabzeichen, alle Mitglieder ihrer Gilde erreichend und die Aufmerksamkeit der in Lighthalzen anwesenden Figuren schlagartig einnehmend. Doch bevor irgendjemand antworten konnte, antwortete eine unbekannte Stimme durch das gefiederte Abzeichen: „Oh, ihr seid in der Stadt… das trifft sich bestens! Tea hat es auf König Riwalon Rowenberg abgesehen, wenn ihr interessiert seid, findet mich in einer halben Stunde am Bahnhof, der ist gegenwärtig nicht in Betrieb.“ Im Hintergrund krächzte ein Peco auf. „Ach und keine Panik. Wir arbeiten mit der ‚Attentäterin‘, mit Rabia zusammen!“
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#404 Ashielf Pi

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Posted 05 March 2017 - 09:32 AM

[Loki – Slums in Lighthalzen | Tag 65, um 16:00]

Du hast das Richtige getan‘, ging es dem Slum-Bewohner plötzlich durch den Kopf, als er schwer atmend neben der Leiche kniete. Er horchte auf, war noch immer in Zwietracht. „Habe ich das?“, murmelte er vor sich her und beäugte den leblosen Flüchtling aus Prontera. ‚Natürlich. Du wurdest seit deiner Geburt nur ausgenutzt. Ihr seid nicht Bürger von Lighthalzen, ihr seid ihre Sklaven!‘ Der Mann schluckte leer und sah zwischen den heruntergekommen Häusern auf die Stadt, die im Kontrast dazu prächtig glänzte. ‚Euer Schweiss und Eure Tränen stecken in dieser Stadt. Es wird Zeit, dass ihr sie euch zurückholt!
Er nickte langsam. Eine kaum spürbare Hand legte sich auf seine Schulter, woraufhin ein limettengrüner Nebel ihn umzog und durch seinen Atem aufgesogen wurde. „Ja, es ist an der Zeit“, schlussfolgerte er, als seine Augen kurz grün aufflackerten. ‚Das ist es. Hol deine Brüder und Schwestern‘, säuselte die Stimme im noch hinterher, als der Mann aufgestanden war und in die Gassen der Slums verschwand.
Lok grinste. „Wieder ein Stein in Bewegung versetzt. Als nächstes gilt es diese Eindringlinge genauer zu studieren, die sich hier in der Sta- ARGH“, knirschte er plötzlich zwischen den Zähnen hervor und sank auf die Knie. Diverse kleinere Erschütterung konnte über die ganze Welt verteilt wahrgenommen werden. Seine ganze Erscheinung begann zu flackern und löste sich schliesslich in Rauch auf.

An einem ganz anderen Ort hallten seine Schreie jedoch weiter. Dunkelheit. Eine Höhle. Stalaktiten hingen von der Decke, in denen sich eine Giftschlange festhielt. Aus ihrem Kiefer tropfte unablässig Gift, das einen an Steinen gefesselten Loki traf. „Sigyn, wo bist du?!“, schrie er auf, kurz bevor der nächste Tropfen Gift ihn erreichte und sich in seine Haut ätzte. Eilige Schritte waren zu hören. Seine Frau kam herbei mit einer leeren Schale, die sie unverzüglich wieder über Loki hielt. Das hole Gefäss sorgte für etwas Klang, als die nächsten Tropfen Gift sich darin sammelten. „Ich bin Untröstlich, mein Gatte. Die Schale musste geleert werden.“ Er nickte nachdenklich, versuchte den Schmerz zu vergessen, beruhigte sich wieder; Und so hörten auch die Erschütterungen in Midgard auf.
„Es dauert nicht mehr lang“, meinte der Gott der Hinterlist. Seine Frau nickte: „Es ist eine Untat dich hier einzusperren.“ – „Tausend Jahre“, seufzte er und blickte hoch zur schwarzen Decke, in der nur ab und zu silberne Schuppen aufblitzten, „Balder musste sterben. Ich war nur der Einzige, der es verstanden hatte. Die restlichen Asen hingegen…“, begann er und verkrampfte sich wieder. Wurde jedoch von Gedärmen an Ort und Stelle gebunden. „Mich hier festzubinden und dann noch mit den Innereien meines Sohnes“, er spuckte zur Seite.
„Gräme dich nicht, du hast nun wieder etwas Zeit. Die Schale ist so gut wie leer“, tröstete ihn Sygir. Er nickte, wusste, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis er sich aus diesen Fesseln befreien konnte.

#405 Koikun

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Posted 09 March 2017 - 09:35 AM

[Lighthalzen, Altjahrestagsfeier | Tag 65, ab 16:15]

Zusammen mit der Frage von Wolfgang, was es als nächstes zu tun galt, kam Jonahs Kommentar über den Gildenbroschen. Doch bevor irgendjemand antworten konnte, antwortete eine unbekannte Stimme durch das gefiederte Abzeichen: „Oh, ihr seid in der Stadt… das trifft sich bestens! Tea hat es auf König Riwalon Rowenberg abgesehen, wenn ihr interessiert seid, findet mich in einer halben Stunde am Bahnhof, der ist gegenwärtig nicht in Betrieb.“ Im Hintergrund krächzte ein Peco auf. „Ach und keine Panik. Wir arbeiten mit der ‚Attentäterin‘, mit Rabia zusammen!“

Die Worte des unbekannten Sprechers waren wie ein Hammerschlag in Jonahs Ohren. Für einen kurzen Moment schloss sie krampfhaft die Augen und presste die Lippen aufeinander - ganz so als ob alles schief gegangen wäre, was schief gehen konnte. "Nicht schon wieder so 'ne Scheiße.." murmelte sie leise mit genervtem Blick.
Auch Yuen war im Bild. Er sah sie mit einer Mischung von Verwunderung und Besorgnis an. "Was hat das zu bedeuten?", fragte er - "Sieht so aus als gebe es mal wieder ein Problem..", hauchte die Assassine genervt. Ihr Urlaub war soeben für beendet erklärt worden - nach circa drei Stunden. "Ich muss zum Bahnhof, ich sollte mir das ansehen", meinte sie zu Yuen. "Dann komme ich mit - hier gibt es vorerst eh nichts mehr zu sehen", erwiderte der. Eine Antwort, die Jonah nicht ganz unverwundert ließ, mischte er sich doch eher ungern in fremde Angelegenheiten ein. Musste aber auch nichts bedeuten. "Wir treffen uns am Bahnhof", meinte sie schließlich in ihr Abzeichen, bevor beide in der Menge unauffindbar verschwanden.

Markos war sofort Feuer und Flamme zu sehen, was am Bahnhof wartete. Roy und Emilia konnten ihn kaum zurückhalten. Sein Durst nach Abenteuern war ungebrochen. Er wandte sich sogleich an Arhat: "Wir sollten unverzüglich sehen, was da los ist!" - Der erfahrene Mönch mahnte ihn, die Sache nicht zu hitzköpfig anzugehen - denn sonst würde vielleicht diesmal er blindlings in sein Verderben laufen. Er solle mit Bedacht handeln. Roy pflichtete Arhat bei. Man würde gehen. Doch geordnet. Die Beiden sahen zu Wetterwachs und Emilia: "Wie sieht's mit euch aus?", fragte Roy. "Nun, die Aussage lässt sich weder schöndeuten noch ignorieren - wir werden sehen müssen, wer dort gesprochen hat und was seine Ziele sind - und wie er Kontakt mit uns aufnehmen konnte", entgegnete Wetterwachs nachdenklich mit einem Hauch Widerwillen in der Stimme. Einzig Emilia schien vom Gedanken schon wieder potenziell in Stress verwickelt zu werden ganz und gar nicht begeistert. Sie hätte die Nachricht am liebsten ignoriert - doch alleine zurückbleiben wollte sie auch nicht.

"Na dann los", meinte Wolfgang und bildete das Schlusslicht der Truppe.

Die einzelnen Fragmente der ursprünglichen Gruppe um Hlynur Jasminko kam vor dem Bahnhof im Osten der Stadt zusammen, nachdem sie den Markt hinter sich gelassen hatten. Ausgetauscht wurde sich jedoch nur kurz. Aber vereint konnten sie besser reagieren, sollten sie von einer Falle erwartet werden.
Der Bahnhof war nicht sonderlich gross, verband die Linie doch lediglich Lighthalzen mit Einbroch. Gegenwärtig wurden aber keine Fahrten durchgeführt.
Ein einziger überdachter Bahnsteig für ein einziges Geleis. Ein alter Güterzug stand darauf still und ganz vorne eine rostbraune Lokomotive. Auf dieser sass eine Person im Schneidersitz. Langer roter Umhang, Kapuze in das Gesicht gezogen. Sie zog sie sich vom Kopf. Zwei Katzenohren zuckten auf und aus funkelnden Augen wurden sie allesamt erfasst von einer altbekannten Gegenwart: Ikarus.

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#406 Koikun

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Posted 18 March 2017 - 01:23 AM

[Lighthalzen, Altjahrestagsfeier | Tag 65, ab 16:45]

Das altbekannte Gesicht auf der Lokomotive wies schweigend und anscheinend als Zeichen ein Gildenabzeichen vor, das mit dem ihren identisch war. Sie teilten sich folglich die selbe Gilde. Tea hatte offensichtlich agiert. Abwartend auf eine Antwort musterte er die Truppe.
Arhat blickte ihm entgegen. Wolfgang versucht eins und eins zusammen zu zählen, kam aber nicht drauf, was für Interessen den Typen hierher führten.

"Freut mich, euch kennenzulernen," ergriff er das Wort, "Und dankeschön für euer Vertrauen!" Er hatte nicht erwartet, dass so viele Leute am Bahnhof auftauchen würden, ohne nachzufragen, wer sie hergeordert hatte. Aber umso besser, auch wenn seine Kontaktaufnahme an Rabia's Front wahrscheinlich nicht sonderlich positiv angekommen sein dürfte, verstand sie sich doch nicht allzu gut mit Menschen.
"Mein Name lautet Ikarus," stellte er sich vor, von oben zu ihnen hinabspringend, dann pfeifend. Aus einem der Güterwagen lugte ein Peco hervor. Es handelte sich um das Peco, das Tea angehörte. Eilig tapste es heraus und an Ikarus' Seite, worauf er ihm über den Hals strich. "Einige von euch wissen sicher, dass ich am Turnier auf Flechanto teilgenommen habe. Als Folge einer Konfrontation mit einem Gegner bin ich jedoch die meiste Zeit ohnmächtig gewesen."
Als er damals am Ende jenes langen Tages zu sich gekommen war und der alte Fischer sich um ihn gekümmert hatte, hatte er sofort nach seiner Schwester gefragt und gesucht. Nach seiner Schwester, die sich für ihn aufgeopfert hatte. Für ihn und die Ambitionen ihrer Heimat, für die sie angetreten waren. Es war eine noch viel längere Nacht geworden.
"Ihr müsst dann wohl die Gilde von Tea sein, nein, wir alle sind die Gilde von Tea," hielt er fest, "Sie möchte einen ihr treuen Freund in Prontera retten, weshalb sie es auf König Riwalon Rowenberg abgesehen hat und mit ihm Kontakt aufnehmen will. Sie hat es schon vor zirka 50 Tagen probiert, ohne Erfolg, weshalb das heutige Fest als Datum bestimmt worden ist, immerhin hat er sich heute der Öffentlichkeit gezeigt." Als Bestandteil ihrer Gilde hatten seine Gegenüber Prontera mit Bestimmtheit ebenfalls nicht aus den Augen gelassen. Er zweifelte daran, dass sie nach Lighthalzen gekommen waren, um zu feiern.

Der Mönch konnte nicht abschätzen, ob der Mann die Wahrheit sprach. Tea konnte schlichtwecht nicht über den Gildenkristall kommunizieren und sie hatten sich schon seit einer Weile nicht mehr gesehen. Genauso gut hätte er ihr ein Abzeichen stehlen können oder schlimmeres.

"Ich glaube, Tea hat schon gewusst, wie sie Kontakt mit König Riwalon Rowenberg herstellen will, als sie mich auf Flechanto aufgesucht hat," fuhr Ikarus fort, "Eines Tages ist sie an meinem Krankenbett erschienen, um meine Unterstützung zu ersuchen. Rabia Ransquelle und Faolan Tandermart haben sich zu dieser Zeit ebenfalls noch auf der Insel aufgehalten." Unbekannt war, dass das Duo, das sich im Wurzelwerk des geheiligten Baumes vor den Soldaten versteckt gehalten hatte, ganz einfach keine Rückfahrtmöglichkeit und folglich keine Wahl gehabt hatte. "Sie haben Tea und mich abgefangen und darum gebeten, dass wir sie mit zum Festland nehmen. Wir haben sie mitgenommen und in Prontera hat sich dann herausgestellt, dass sie auf der Suche nach dem König sind, der ein guter Freund von ihnen ist. Tea scheint zumindest Faolan Tandermart vollumfänglich zu vertrauen, also hat sie sie ebenfalls in die Gilde eingeladen."
Er ächzte auf und meinte: "Das Problem ist bloss folgendes: Rabia und Faolan können Menschen alles andere als leiden, sie sind einzig auf den König fixiert und arbeiten unter keinen Umständen mit anderen Menschen zusammen. Tea und ich sind für sie keine Sache, dem Plan stand somit nichts im Weg. Als Tea aber mit euch hat Kontakt aufnehmen wollen, um euch zu informieren, da hat es einen ordentlichen Krawall zwischen uns gegeben. Und da Tea die beiden schon vollständig in ihren Plan eingearbeitet hatte, hatte sie schliesslich darauf verzichtet, ein Risiko einzugehen."

"Und was, wenn Rabia und Faolan zum König gelangen? Überzeugen sie ihn dann, dass man alle anderen Menschen töten soll, weil die ach so doof sind?", stach Wolfgang heraus und kommentierte weiter, "Ich kann mir einfach nichts zielführendes darunter vorstellen, wenn Wesen mitwirken, die mich bloss aufgrund meiner Rasse hassen. Ich meine, mich hassen viele Menschen, versteh mich nicht falsch. Aber ich hatte bei denen wenigstens die Chance, es zuerst gründlich zu versauen."
"Ich sehe das ähnlich", merkte Jonah an, "Ich habe Rabia erlebt - und ich wüsste nicht, aus welchem Grund ich mit ihr zusammenarbeiten sollte. Erst recht nicht, wenn sie Menschen hasst."
"Vor allen gelangt Tea zum König," erläuterte Ikarus zumindest dies, "Wir wissen, dass Rabia und Faolan in diesem Zusammenhang mit Vorsicht zu geniessen sind."

"Ich unterstütze Tea gerne," fuhr er fort, "Wir haben am Turnier von Flechanto teilgenommen, um eine Katzengilde zu formieren und uns damit einen Namen zu machen. Wir haben davon geträumt, die Berührungsängste zwischen den Rassen zu lockern. Das Emperium habe ich nicht gewonnen, aber ich kann zumindest Tea unterstützen und eventuell etwas für Prontera tun, ohne das die Gildenkämpfe kaum stattfinden können, um irgendwann mit meiner eigenen Gilde zurückzukehren und die Ängste zu brechen. Vielleicht kann ich auf dem Weg dahin sogar bei Rabia und Faolan eine Kleinigkeit bewirken." Er grinste, um dann schlagartig ernst fortzufahren: "Ich bin ein Soul Linker. Zu Beginn des Turniers von Flechanto habe ich gegen Tea und ihren Partner gekämpft, wobei sie gesehen hat, dass ich Personen schrumpfen kann. Als Rabia auf dem Dach aufgetaucht ist, hat sie nicht direkt mit dem König in Kontakt treten wollen. Sie hat in ihre Bewegung und bevor sie den ganzen Fokus auf sich gezogen hat, eine geschrumpfte Tea durch das Fenster in das Gebäude hineinbefördert!"

"Und wieder einmal stehen wir hier und sind von den Worten eines Mannes abhängig", kommentierte Wolfgang die Situation.
"Unsinn," winkte Ikarus die Negativität ab, "Ihr müsst euch in keiner Weise anschliessen, auch wenn ich zugebe, dass ihr eine wohlgesehene Unterstützung sein würdet. Wenn ihr abhängig seid, dann von eurer eigenen Entscheidung auf meine Worte."
Der Mönch grummelte etwas vor sich her, schien aber seine Gedanken für den Moment für sich behalten zu wollen.

Die Gruppe schien allgemein wenig überzeugt vom Vortrag des Katzenmenschen. Ebenso wenig verständlich war für die meisten Teas Schachzug, die beiden Menschenhasser zu einem Teil ihrer Gilde zu machen. Noch viel weniger Sinn machte in den Augen Jonahs das - wenn es stimmte - offenbar völlig überstürzte Handeln Teas und Rabias ohne jedwede Form der Vorankündigung. Alle waren den ganzen Tag in Lighthalzen gewesen. Alle hatten Zeit gehabt. Es wäre genug Zeit für eine Lagebesprechung gewesen. Doch nichts dergleichen. Nichts. Und dann wurde plötzlich wieder von Gilde gesprochen.
So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass sowohl Jonah als auch die Gruppe um den alten Zauberer in einem zentralen Punkt überein stimmten: Bevor sie nichts von Tea hörten oder ein anderweitig überzeugendes Wunder geschah, würden sie in dieser Sache nicht agieren.
"Gib uns einen Anreiz, dir zu glauben", forderte die Assassine recht gerade heraus, "Und gib uns einen guten Anreiz. Wer sagt, dass das nicht alles erlogen und erfunden ist und niemand es überprüfen kann, weil Tea nicht sprechen kann? Wer sagt uns, dass das Abzeichen nicht gestohlen ist?" - Dass sie damit die Gedanken des Mönches aussprach, war ihr nicht bewusst.

Ikarus begutachtete sie mit den Armen vor der Brust, den Kopf geneigt und mit ernster Miene. Was war das denn für ein bärbeissiger Onkel? Er konnte sich nicht daran erinnern, sie um ihre Hilfe gebeten zu haben. Wie er aber zugegeben hatte, würde ihre Unterstützung durchaus willkommen sein, auch wenn sie im Plan nicht enthalten waren. Er war jedoch nicht von Tea zur Kontaktaufnahme geordert worden und wusste folglich auch nicht, was sie davon halten würde. Er wusste nicht, ob sie Zeit gehabt hatte, die Kontaktaufnahme im Abzeichen mitzuhören. Gleiches galt für Rabia und Faolan, wohingegen diese beiden ganz sicher gegen die Kontaktaufnahme gewesen wären. Und schon machte er sich Sorgen, es sich mit ihnen verspielt und so den Plan gefährdet zu haben. Sie hatten ihren Part jedoch erfüllt. Ob sie sie verraten und als Ersatz auf diesen Onkel und seine Leute zählen sollten? Es hatte keine wirkliche Feindschaft zwischen Ikarus und den beiden gegeben, er stand ihnen näher als den Leuten vor sich. Sichtlich in Gedanken versunken stand er wie versteinert vor der Gruppe.
Er wies plötzlich auf das Peco neben sich, das wie ertappt mit rauschendem Federkleid aufschauderte und mit grossen Augen seinen Finger beglotzte. "Ich habe keinerlei Ahnung, inwiefern er euch bekannt ist, aber er folgt mir blindlings und soweit ich ihn kennengelernt habe, würde er das bei einem Schurken, der Tea etwas angetan hat, nicht tun."
Eine Tatsache, die der Assassine durchaus aufgefallen war. Doch überzeugend fand sie sie nicht. Sie sagte nichts, spitzte ihren Blick etwas zu, ließ ihn weiter erzählen.

"Wenn ich von Gilde rede," sprach er schliesslich, zum Peco tretend und es am Hinterkopf kraulend, worauf es erfreut aufkrächzte, "Zähle ich euch an dieser Stelle nicht mit. Ich rede von unserer Gemeinschaft und unserem Vorhaben. Natürlich gehört ihr der Gilde an und ich hatte mir insgeheim erhofft, dass unsere Absichten einander überlappen. Ich habe euch nicht kontaktiert, um euch einen Anreiz erst zu geben."
Er atmete aus. "Ich hatte nicht angenommen, dass ihr einzig hier seid, um zu feiern. Na gut. Vielleicht kommt der Anreiz doch noch. Rabia und Faolan haben ihren Part erfüllt und Tea in das Gebäude geschmuggelt, sobald Tea ihren Part erfüllt hat, will sie mit uns Kontakt aufnehmen. Wenn die Feierlichkeiten also doch nicht nach euch verlangen sollten, so seid ihr auf alle Fälle willkommen, Tea's Zeichen mit mir abzuwarten."

Zum ersten Mal in dieser Begegnung erhob Arhat das Wort: "Meinetwegen können wir etwas warten. Ich habe jedoch keine Zeit dafür, wieder den ganzen Tag irgendwelchen Gespenstern hinterher zu jagen. Ich werde heute Abend am Fest teilnehmen. Nicht, um mich irgendwelchen Vergnügen hinzugeben, sondern weil die Menschen von Prontera alle erdenkliche Unterstützung verdienen." Falls die anderen vor dem Fest noch auf irgend ein Zeichen warten wollten, so würde er es ihnen gleich tun. Am Abend würde er jedoch bei seinem Volk sein und zu Mitternacht in den Slums und dadurch in der Nähe des Königs.
"Ein Zeichen von Tea soll mir genügen, euren Machenschaften zu vertrauen", schloss sich Jonah an, "Aber auch ich werde nicht ewig warten", fügte sie mit Blick zu Arhat hinzu. Sie nahm es nicht zuletzt zu einem gewissen Grad persönlich, von Tea nicht in Pläne, den König betreffend, eingeweiht worden zu sein. Sie hatte sich von der Gilde etwas mehr Gemeinschaftsgedanken erhofft.
"Wann wäre denn mit einem Zeichen zu rechnen?", fragte Wetterwachs recht neutral in Ikarus Richtung, "Es scheint ein Plan existiert - gehen wir davon aus, die Ereignisse folgen dem Plan."
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#407 Koikun

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Posted 27 March 2017 - 06:57 PM

[Lighthalzen, Altjahrestagsfeier | Tag 65, ab 17:00]

"Guter Mann," scherzte Ikarus mit todernster Miene Richtung Rincewind. Da erhaschte er im ersten Augenaufschlag zu dieser Ecke der Truppe bei Markos und Roy Emilia, worauf sich zu seiner Miene eine leichte Röte auf die Wangen gesellte.
Er schaute schlagartig weg und hin zu Jonah. "Mir fällt plötzlich ein, ihr habt euch noch gar nicht vorgestellt, ist das nicht etwas unhöflich?"

"Mein Name ist Arhat, Abt der Abtei von Prontera", ging der Mönch darauf ein.
"Ich bin Jocimar Carneiro Estafanio Perfis", sprach Wolfgang den Namen perfekt aus und verbeugte sich, "Ein wandernder Clown auf der Suche nach Glück."

Die Assassine hatte den Eindruck, gerade vom Einbrecher im eigenen Haus dreist nach einer Vorstellung gefragt zu werden. Doch ging sie darauf ein. "Jonah", antwortete sie kurzangebunden, ebenso wie es Yuen tat und ebenfalls nicht mehr offenbarte.
Die Übrigen stellten sich drei Worte ausführlicher vor, doch niemand erzählte lange Geschichten.

"Freut mich, euch kennenzulernen," erwiderte Ikarus sogleich, "All die Namen mir zu merken, wird sicher kein einfaches Unterfangen, aber alles gut." In Tat und Wahrheit bezog er sich nur auf einen der ihren Namen.
"Also?," wurde aus ihren Reihen nachgehakt. Er haute sich die Faust in die flache Hand und nickte mit unveränderter Konzentration, als hätte sein roter Faden niemals Kurven geschlagen. "Das Zeichen von Tea erfolgt, sobald sie erfolgreich Kontakt mit dem König aufgenommen hat," fuhr er unbetrübt fort, "Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sie ersteinmal den perfekten Zeitpunkt ausharren muss, um ihn allein abfangen zu können." Persönlich hatte er jedoch angenommen, dieser Zeitpunkt würde sich noch vor 17:00 Uhr ereignen. Aber er hatte auch eine Meldung von Rabia und Faolan längst erwartet. Wobei es dort auch sein konnte, dass sie infolge seiner Kontaktaufnahme mit Menschen sauer auf ihn waren.
"Aber warum schwierig, wenn es auch simpel geht," zeigte er mit erhobenem Zeigefinger auf, "In der ganzen Abgrenzung unserseits von euch scheinen wir alle ganz vergessen zu haben, dass wir alle das Zeichen durch das Gildenabzeichen überall werden empfangen können. Letzten Endes teilen wir die selbe Gilde. Mein Vorschlag ist also wie folgt: Wir tun und lassen, wie es unseren einzelnen Ansichten entspricht, bis das Zeichen von Tea eintrifft, bei welchem es sich um ein Klopfzeichen handelt in Form von dreimal, zweimal, dreimal, Pause, sechsmal. Sobald das Zeichen eintrifft, ist der Plan, dass ich sie aus dem Gebäude hole. Wer mir dabei helfen will, trifft mich direkt nach dem Zeichen von Tea wieder hier. Wer sich erst danach wieder mit mir treffen will, trifft uns zirka eine Stunde nach dem Zeichen hier. Wer sich überhaupt nicht involvieren will, tut das nicht. Wie klingt das?"

Jonah war nicht begeistert von diesem Vorschlag - doch Teas Möglichkeiten zur Kommunikation gegeben, blieb nicht viel Raum, wählerisch zu sein. Am liebsten wäre es ihr gewesen, Tea hätte ihnen persönlich einen handgemalten Plan präsentiert. Doch wenn es wirklich stimmte, was dieser Ikarus sagte, und sie wirklich Kontakt mit dem König herstellte, so durfte und konnte sie sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen. Sie war immerhin nicht allein zur Entspannung hier - auch wenn das ihr primäres Ziel gewesen war. Sie haderte mit der Situation.
"Meinst du diesem Zeichen ist zu trauen?", wisperte Yuen für die anderen unhörbar. "Ich weiß es nicht", entgegnete Jonah nach einem Moment leise, "Wir können immerhin feststellen, von welchem Abzeichen es kommt, also können wir uns sicher sein, dass es von Teas Zeichen kommt. Ich halte das nicht für unfehlbar, aber doch muss ich den König sehen. Die Situation ist schwierig. Ich nehme an du wirst dich raushalten?" - "Nein, wenn du darauf eingehst, zähle mich mit", antwortete er kurzentschlossen und nickte einmal. Erneut sah Jonah ihn verwundert an. So kannte sie ihn gar nicht. Er hätte sich früher nie in fremde Angelegenheiten eingemischt. Die zurückliegende Prüfung hatte zweifelsohne ihren Teamgedanken und ihre Bande gestärkt. Sie nickte ebenfalls.
"Wir werden sehen, wie wir uns beteiligen", antwortete Jonah schließlich und ließ Genaueres vorerst offen.

"Gut, dann lasst uns noch etwas das Fest geniessen, bevor wieder alles den Bach hinab geht", meinte Wolfgang und erntete nur böse Blicke. Brummend drehte sich der Mönch um und machte die ersten Schritte Richtung Stadt.
"Wir werden es von den anderen abhängig machen, wie weit wir mitgehen", verkündete Wetterwachs stellvertretend für die dritte Gruppe mit einem Blick zu Jonah und zu Arhat. Roy und Markos waren geradezu Feuer und Flamme - Emilia weniger. Wetterwachs selbst stand zwischen den Stühlen. Auf seine alten Tage brannte er nicht mehr auf jedes Abenteuer.
"Wundervoll," sprach Ikarus mit den Händen an den Lenden, "Das Ziel von Tea ist, durch den König an Informationen zu gelangen. Anhand derer arbeiten wir anschliessend weiter. Wenn das Fest hier in Lighthalzen vorüber ist, wollen wir auf alle Fälle einen zusammen trinken, die ganze Fremdheit zwischen uns macht mich noch ganz kirre!"

Und so trieb die Gruppe allmählich wieder auseinander, die Festlichkeiten auf den Strassen untermalten von ausserhalb des Bahnhofes den Hintergrund. Wer sich hier später wieder zusammenfinden wollte, sollte sich alsbald erweisen.
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#408 nEmai

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Posted 16 April 2017 - 04:32 AM

[Jonah | Lighthalzen | Tag 65, nach 17 Uhr]

Wir hatten uns wieder zerstreut – ich war mit Yuen wieder im Treiben Lighthalzens abgetaucht. Durch die Abzeichen konnten wir ohnehin auch weiterhin problemlos in Kontakt bleiben. Wir trieben durch die Stadt. Die Leute ließen sich durch den Vorfall bei der Rede des Königs nicht die Laune verderben. Alles lief weiter wie gehabt. Immerhin war es ein historisches Fest.
„Mir gefällt das nicht“, murmelte ich leise mit einem kritischen Blick in die Ferne. „Was genau?“, erkundigte Yuen sich. Ich sah ihn einen Moment an: „Alles. Das Auftauchen und Involvieren von Rabia und ihrem Partner am allerwenigsten. In der Gilde passieren Dinge, die sich sinnvoller Kontrolle entziehen – und dieses Vorgehen gefällt mir nicht.“ – „Eigentlich sollte es dir aber recht sein“, entgegnete er dann, auf meinen fragenden Blick gleich weiter: „Du hast einen Brief für den König – wenn diese Tea den Kontakt zum König herstellt bist du relativ fein raus, auf mehr musst du dich doch nicht einlassen.“ – „Ja, eigentlich hast du recht“, erwiderte ich – trotzdem war ich unzufrieden, „Die Zeit zeigt uns allerdings, dass Dinge selten so glatt laufen.“ – Ich hatte einfach im Gefühl, dass wohl einiges schief laufen würde.
„Wie kommt es überhaupt, dass du so Feuer und Flamme bist mitzuwirken?“, fragte ich relativ direkt. Er lachte. Wandte für einen Moment seinen Blick ab. „Es wäre dir doch noch vor einiger Zeit nicht eingefallen, dich in Fremde Angelegenheiten einzumischen.“ – Zumindest kannte ich ihn so. Er sagte eine Weile nichts. Meinte dann: „Unsere Prüfung hat mir gezeigt, dass es sich lohnen kann, sich in fremde Belange einzumischen. Wir sind immerhin ein Team. Und mir steht gerade der Sinn danach.“ – Ich musste lachen – wenn er meinte.
Was ich von dem Plan halten sollte wusste ich aber immer noch nicht. Ich seufzte. Es würde wohl nur auf eines hinauslaufen.
Keihaku
nEmai

#409 Koikun

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Posted 20 April 2017 - 10:23 PM

[Lighthalzen, Altjahrestagsfeier (Grundstück Rekenber, hinter dem Gebäude) | Tag 65, ~17:00]

*Ah, es hätte sicher kaum schaden können, hätten wir uns ein wenig auf der Feier entspannt,* ächzte der verhüllte Peter innerlich auf. Die Kapuze tief in das Gesicht gezogen, lauschte er dem brenzligen Geschehen hinter dem Gebäude der Rekenber Corporation, dem er persönlich fernzubleiben gedachte. Er lauerte auf dem ordentlich gefüllten Platz am Nordtor der Stadt und lehnte hinter einem Baum an die Mauer, die das Grundstück der mächtigen Firma umschloss. Um keinesfalls aufzufallen, schlürfte er am Strohhalm seines Tranktrunks, den er von der Alchemistenschau gekauft hatte.
Ein Liebespärchen von den Sitzbänken nicht allzu fern neigte sich zum Kuss und sie schielte über die Schulter ihres Geliebten zum Pastoren hinüber. Sie stockte beim Anblick des unter der Kapuze verschwindenen Strohhalmes und der Geliebte hätte genauso gut eine fachmännisch verarbeitete Holzspielfigur küssen können. Verwundert ob der trockenen Hingebung schaute er ihr tief in die Augen. "Was hast du denn, Liebling?" Sie blinzelte verdutzt. "Durst. Ich habe Durst."

Der König von Midgard war attackiert worden und das vor aller Augen. Peter hatte insgeheim gehofft, nichts solches würde sich ereignen, als ihm kaum eine Wahl gelassen worden war, als das Ziel Lighthalzen auserkoren worden war. Warum bloss wollte man Hoffnung zuletzt sterben sehen, wenn doch ohnehin alles zu sterben hatte? Welchen verdammten Wert hatte da denn bitte die Reihenfolge?! Es war offensichtlich gewesen, dass dieser Abstecher nach Lighthalzen nichts gutes bringen konnte! So war es denn gekommen, dass seine Begleitung sofort die Attentäter beziehungsweise den entstehenden Konflikt hatte aufsuchen wollen. Zum Glück hatte Peter die Verfolgung aufnehmen und aufschliessen können! Aber ausgerechnet um das Grundstück herum, der Marktstrasse entlang, durch die ganzen Leute! Kaum wenig Leute hatte er angerempelt, zwei Ellenbogen und einen halben Saft hatte er abbekommen!
Als er sich so an die Mauer presste, um zu lauschen, erhaschte ihn plötzlich ein zartes Stimmlein: "Onkel, was tust du da?" Genervt fuhr er herum, nur im in das Angesicht eines Mädchens zu glotzen. Für ein paar Sekunden tauschten sie tiefgreifende Blicke aus. Dann tätschelte er dem Teddybären, den sie in Händen hielt, auf den Kopf. Er hatte zum Glück bei einem der Stände vorsorglich einen Halt gemacht. "Weisst du, was deinem Bären fehlt?," wollte er wissen und sie verneinte, da griff er für ein bestechendes Spielzeuggeschenk in seine Tasche, "Murmeln. Deinem Bären fehlen Murmeln."

Hinter der Mauer, hinter dem Gebäude, abgeschirmt von aller Öffentlichkeit. Peter's Begleitung hatte das Schlachtfeld geentert. Vor ihm lagen Rabia Ransquelle und Faolan Tandermart, schwer verletzt. Davor der leicht angeschlagene Blondschopf, der Bodyguard, der sie verfolgt hatte, mit erhobenem Knie und die Arme vor der Brust gekreuzt. Umringt waren sie von rund zwei dutzend Soldaten.
"Du hast ordentlich Mut," proklamierte der Bodyguard Ewan Sulisan, "Wer bist du und was erwartest du dir hiervon?"
"Wenn ich dich töte," fiel die Antwort mit verstellter Stimme, die schwer mit jeder Silbe mitschwang, "Wird man mich dann jagen?"
"Du willst ein ganz wilder Bursche sein?," erwiderte Ewan, "Aber nein. Jagen tut man allein, was man nicht gelassenen Schrittes einzuholen vermag, Insekt, das du dich mit diesen Attentätern verbündest!"
"Ich verbünde mich nicht, du bist offenbar einfach bloss interessant!"
Sie stürzten sich aufeinander, die Soldaten schlossen um sie den Kreis enger, als unter der Kapuze des Angreifers die Aufmerksamkeit in ihre Mitte stach. Noch ehe Ewan seinen Gegner erreichte, keuchten die Soldaten auf. Einer nach dem anderen ging mit von sich lassenden Waffen auf die Knie und fiel hernieder. Allesamt schlugen sie auf, tief schlafend.
Ewan donnerte perplex, doch mit aller Macht sein Bein gegen die Schläfe seines Gegners, das blitzschnelle Geschoss wurde jedoch vom feindlichen Handrücken abgeblockt und mit der anderen Hand gepackt und aufwärts befördert. Dem Bodyguard drohte, das Gleichgewicht verloren zu gehen, er stiess sich mit dem anderen Fuss vom Boden ab, um den Konter auszukontern, sein aufwärts befördertes Bein im Sprung nach hinten abzudrehen und mit dem anderen einen gewaltigen Haken gegen die Kinnlade dieses Angreifers zu dreschen. Da hämmerte sich ihm dessen Faust gegen die Brust. Dieser Kerl. Als er mit der freien Hand das Bein aufwärts befördert hatte, hatte er mit der Hand, die das Bein geblockt hatte, schon die Faust geballt und aufgelauert.
"Kommst du endlich?," rief der Angreifer hinfort, worauf Peter auch schon über die Mauer gekraxelt kam.
"W-Was tust du...?!," stöhnte Ewan schmerzerfüllt am Boden, ansetzend, um sich aufzuraffen, "Ich... bin noch nicht besiegt...!!" - "Hu?" Sein Gegner guckte sich über die Schulter zu ihm hin. "Ah. Stimmt. Aber du bist nicht interessant genug."
Schwärze.
Als Ewan wieder zu sich kam, waren die beiden verhüllten Gestalten sowie Rabia und Faolan verschwunden.
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#410 nEmai

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Posted 23 April 2017 - 02:48 AM

[Jonah | Lighthalzen | Tag 65, gegen 17:30 Uhr]

Gedankenverloren trieb ich etwas in der Menge. Erinnerte mich an das Attentat auf den König zurück – ein Detail fiel mir auf. Während wir dort in der Menge gestanden hatten, hatte erneut der Exorciser reagiert. Doch ich wusste nicht auf wen oder was – auch war ich mir immer noch nicht sicher, worauf er überhaupt reagierte. Er wurde warm, gab eine Form von Vibration von sich. Wann immer es ihm einfiel. Plötzlich und aus dem Nichts. Auch wenn es diesmal vergleichsweise schwach gewesen war. Es verblieb mir ein Mysterium.
Ich sah mich nach einer Uhr um. Fand sie. Fast 17:30. Eine halbe Stunde war vergangen seit dem Treffen mit Ikarus, angeblich sollte sich Tea in etwa einer weiteren halben Stunde melden. Ich war skeptisch wollte aber warten.
Plötzlich wurde ich zurückgerissen. Wie von einem inneren Alarm. Ein Junge stürmte auf mich zu. Er war klein. Wirkte arm. War unverkennbar ein Slumbewohner. Sein Gesicht war verweint. Er würde in Kürze mit mir zusammenstoßen. Mein Blick erhaschte sofort, dass er verfolgt wurde. Zwei Soldaten. Einen Augenblick später rempelte er an mich, krallte sich fest. „Bitte helft mir!“, flehte er. Sofort griff ich nach seinen Händen und riss sie von mir – erinnerte mich dabei zurück, wie ich damals an mein erstes Geld gekommen war. Viele Leute waren dumm und ließen sich von einem verweinten Kindergesicht nur allzu leicht ablenken. Ich hielt ihn bei den Handgelenken fest.
„Was willst du?“, fragte ich kühl ohne auf seine Dringlichkeit einzugehen. Behielt dabei die Soldaten im Blick, die sich eilig durch die Menge drängten. „Haltet den Dieb! Gut so!“, riefen sie. Yuen wisperte mir in dem Moment zu: „Wir bekommen noch mehr Besuch.“ – Er sah dabei in Richtung des Osttores, von wo nun langsam zwei Polizisten auf unsere Position zukamen. „Hast wohl ganz schön Stress“, meinte ich weiter. „Ich will nicht auch verschwinden! Ich will nur nach Hause, durch das Tor!“, flehte der Junge in Tränen. Nicht auch verschwinden? Was meinte er damit?
Die Soldaten drangen zu uns durch. „Jetzt haben wir dich du dreckiger, kleiner Dieb!“, keuchte einer und machte Anstalten nach dem Jungen zu greifen während der andere bereits den Schlagstock vom Gürtel löste. Augenblicklich zog ich den Knaben hinter mich. Riss ihn dabei von den Füßen. Er stolperte und fiel hin, saß nun aber zu Boden zwischen Yuen und mir. „Ihr werdet hoffentlich kein Kind auf offener Straße zu Tode prügeln wollen“, funkelte ich die beiden angesichts ihrem Gebärden an. „Aus dem Weg, Fremder!“, brüllte mich der Wütigere an, „Der Junge hat im Festzelt Brot gestohlen. Dafür wird er bestraft!“ – Ein Großkrimineller also. Ich blieb cool, ebenso wie Yuen. Außerdem wollte ich wissen, was der Junge zu sagen hatte.
„Ich bezahle den Schaden“, schlug ich vor, sah mein Gegenüber dabei durchdringend an. Der wirkte zuerst verwirrt, erwiderte dann meinen Blick als sei ich nicht ganz dicht. „Er ist ein Slumbewohner!“, sagte er zu mir als sei es ein Grund, „Er ist nichts wert!“ – Am liebsten hätte ich ihm für diese Aussage mit der gewellten Klinge des Exorciser genüsslich die Zunge herausgeschnitten, um sie ihm danach in den Rachen zu schieben, bis er daran erstickte – doch ich blieb weiter wie ein Eisberg. Cool. Geduldig. Standhaft. „50.000 Zeny. Ist das in Ordnung?“, erwiderte ich und drückte ihm das Geld in die Hand, „Damit sollte euer Schaden mehr als beglichen sein. – Ich werde mich um den Jungen kümmern.“ – „Was ist hier los?“, fragten die Polizisten, die sich nun auch durch die Menge gewühlt hatten und uns alle einzuordnen versuchten. „Ihr seid doch nicht ganz gescheit!“, erwiderte der Soldat in unsere Richtung und dann zu den Polizisten, „Nichts. Die Sache wurde geklärt.“ – Er und sein Kumpan steckten die Waffen ein. Obschon sie Geld hatten zogen sie sichtbar unzufrieden ab. Wie Pitbulls hatten sie sich gefreut auf den Jungen einzudreschen. Auch die Polizisten zogen unverrichteter Dinge ab, nicht jedoch ohne uns und den Jungen noch einmal eindringlich zu mustern. „Und du erklärst mir jetzt mal ein paar Dinge“, meinte ich dann zu dem Jungen, während ich ihn an der Hand packte und aus der Menge schliff.


[Emilia | Lighthalzen | Tag 65, nach 17:00 Uhr]

Die Gruppe um Emilia wollte sich die Zeit bis zu einer Reaktion Teas auf dem Marktplatz vertreiben. Emilia hielt nach Allerlei Ausschau – vor allem selten sollte es sein. Markos hatte es insbesondere auf Waffen abgesehen, er wurde aber nicht fündig. Es gab seiner Meinung nach keinen ordentlichen Waffenhändler, weswegen er vorschlug, dem ortsansässigen Waffenladen von Lighthalzen im Süden der Stadt einen Besuch abzustatten. Immerhin habe man nicht immer die Gelegenheit sich Kreationen anderer Länder in Person anzusehen.
Wetterwachs war von der Idee nicht besonders angetan. Er wollte sich weiter auf dem Marktplatz umsehen. Da sie über die Abzeichen in Kontakt standen, trennten sich Emilia, Markos und Roy kurzerhand von ihm und gingen gen Süden. Wo sie sich wieder treffen wollten, konnten sie immer noch klären.

Eine viertel Stunde später erreichten sie nach strammem Fußmarsch den Waffenhändler. Der Laden war schon von außen groß und innen ebenfalls sehr ansprechend eingerichtet. Sie wurden herzlich empfangen. Markos machte sich sofort über die Auslagen her, wohingegen Emilia und Roy eher weniger interessiert im Geschäft umhertraten. Auch wenn die Händlerin es sich nicht nehmen ließ hier und da einen Blick zu riskieren. Plötzlich trat der Verkäufer an sie heran und erkundigte sich, ob sie denn, angesichts ihrer Kleidung, auch Händlerin sei. Sie nickte und erzählte woher sie kam. Der Händler gab sich aufmerksam, meinte, dass auch zu den Festivitäten nur selten Händler aus anderen Ländern kamen. Man wolle ja schließlich nicht die Geschäfte der Rivalen ankurbeln, wie er es nannte.
Er machte ihr einen Vorschlag. Wenn sie und ihre Truppe bei ihm hier und jetzt eine Waffe kauften und dadurch die Rivalität für einmal fallen ließen, dann wolle auch er es nicht zu eng sehen und ihr eine schriftliche Empfehlung für die Händlergilde geben. Die Händlergilde sei nämlich zuständig, seltene Waren zu verwahren und für die einflussreicheren Familien zu erwerben und zu verkaufen. Mit der Empfehlung des Waffenhändlers jedoch könne auch sie dort etwas erwerben, mit dem sie sich in ihrer Heimat sicher einen Namen machen könne. Ein Angebot, das für Emilia, die nichts lieber tat, als in ferne Länder zu reisen und von dort exotische Dinge mitzubringen, nach einem hervorragenden Vorschlag klang, was sie auch gleich überschwänglich kundtat. Sie sah sich etwas intensiver um – vielleicht fand sie ja etwas halbwegs Interessantes.
Markos hatte die Unterhaltung mitgehört – er wurde immer hellhörig wenn es um Emilia ging. Ganz unwillkürlich. Gerne wollte er etwas kaufen um ihr den Besuch der Händlergilde zu ermöglichen. Doch was er sah enttäuschte ihn größtenteils. Es gab nur wenig, was er nicht bereits kannte. Auch Emilia wirkte noch nicht, als sei sie besonders schlüssig zum Kauf. Offenbar waren Waffen nicht besonders regional ausgeprägt – einzig ein Dolch fiel ihm ins Auge. Nicht dass es seine bevorzugte Waffenklasse war, doch er schien ihm sehr besonders. Ein Cowardice Blade. Er hatte noch nie einen solchen Dolch gesehen. Eventuell würde er sich damit bei Jonah revanchieren können – vielleicht fand sie Gefallen daran. Und wenn nicht konnte er ihn womöglich selbst gebrauchen oder Zuhause wiederverkaufen.
Der Preis sagte ihm bezüglich der wankelmütigen Motivation für den Kauf gar nicht zu. Über vier Millionen Zeny für einen Dolch, den er verschenken, vielleicht verwenden oder verkaufen wollte. Doch dann sah er zu Emilia. Sie wirkte wenig überzeugt. Doch er hatte ihr breites Lächeln angesichts des Angebots nicht vergessen. Es tilgte alle Zweifel in ihm.
„Willst du in die Händlergilde?“, fragte er sie etwas verlegen, als sich ihre Wege kreuzten. „Unbedingt!“, brach es aus ihr heraus, „Ich weiß nur nicht was ich kaufen soll. – Sie wurde etwas leiser – Es gibt so viel Ramsch hier. Gibt es denn etwas, was dir gefällt?“ – Er konnte sie unmöglich mit seiner eher unterdurchschnittlichen Motivation etwas zu kaufen belasten. „Ja, ich interessiere mich tatsächlich für etwas Besonderes“, entgegnete er lächelnd, „Für einen Dolch, der mir besonders wertig erscheint.“ – Emilia freute sich für ihn, dass er doch etwas gefunden hatte, das ihm zusagte – nicht wissend, dass er den Kauf hauptsächlich und innerlich laut stöhnend für sie tätigte.
Als jedoch der Dolch eingepackt und die Empfehlung ausgestellt waren und Emilia Markos für einen kurzen Moment glücklich um den Hals fiel, waren alle seine Sorgen vergessen. In diesem Augenblick fasste er einen Plan. Er musste es ihr sagen. Doch fürs erste meinte er nur: „Auf zur Händlergilde!“
Keihaku
nEmai

#411 Ashielf Pi

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Posted Yesterday, 12:38 PM

[Wolfgang & Arhat – Lighthalzen – Tag 65, nach 17 Uhr]

Ich ging mit dem Grossen etwas durch Lighthalzen. Wir vertraten uns die Zeit, bis das Spezialkommando nach uns verlangte. Es war nicht leicht, mit dem Abt durch die Stadt zu gehen. Überall wurde er aufgefallen. Ein Gebet da, ein Segnung hier. Dass dies nicht viel brachte, wollte ich aber nicht offen heraus sagen. Ich fand die Angst in den Augen der um uns stehenden Menschen zu erdrückend, als dass ich ihnen ihre letzte Hoffnung auch noch nehmen wollte.
Als wir eine ungestörten Moment für uns hatten, fragte Arhat: „Wieso hast Du Ikarus nicht deinen richtigen Namen genannt?“ Ich musterte die Stände an denen wir vorbeigingen und konterte knapp: „Wer sagt, dass ich euch meinen richtigen Namen genannt habe?“ Seine Mundwinkel gingen kurz nach oben, dann schlussfolgerte er: „Es ist wohl auch nicht wichtig.“ – „Wenigstens jemand, der es auf Anhieb versteht“, meinte ich anerkennend.
Ich wollte noch etwas dazu ergänzen, aber dann nahmen wir ganz aufdringliches Geschwätz um uns war, welches nach Aufmerksamkeit verlangte.
„Hast Du das gehört?“, meinte ich zum Mönch und er bestätigte mir, dass er es auch verstanden hatte. Bei der Alchemistenschau war es offenbar zu einem Unglück gekommen. Da wir nichts bessere zu tun hatten, wollten wir diesem Vorfall etwas näher auf die Spuren kommen. „Ich bin Sherlock und du Watson“, definierte ich die Grenzen schon von Beginn an, was der Mönch mit einem leichten Schnauben quittierte.
Nach etwas Herumfragen fanden wir schliesslich jemand, der beim Vorfall anwesend war. Während der Show hatten zwei Homunkuli mit Tränken jonglieren sollen, ein Lif und ein Vanilmirth. Gerade als die Show beginnen sollte, schrak der dazugehörige Alchemist auf und griff nach einem der Tränke. Als er bei dieser Aktion die darin enthaltene Flüssigkeit anscheinend zu fest schüttelte, explodierte das Gefäss. Die Rede ist von einem Attentat. Jemand habe die Tränke ausgetauscht und der Alchemist habe das bemerkt.
Der Alchemist ist schwer verletzt und wird gegenwärtig in der Alchemistengilde von Lighthalzen im Westen der Stadt verarztet. Angeblich hat er etwas von einem Katzenmenschen gestammelt, als die Sanität die Erstversorgung vor Ort vorgenommen hat.

Wir machten uns auf zu dieser, mit der Hoffnung den Vorfall etwas besser zu verstehen.
Die Gilde an sich war frei zugänglich. Das Zimmer, in dem der Mann versorgt wurde, wurde aber zu Gunsten seiner Ruhe von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Wir versuchten ein Gespräch gewährt zu kriegen, aber unsere ersten Versuche zeigten sich erfolglos.





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